Service-Roboter in der Zahnarztpraxis, Zukunft oder Spielerei?

Roboter beim Zahnarzt, wirklich?
Wenn wir erzählen, dass in unserer Praxis Roboter zum Einsatz kommen, ernten wir oft erstaunte Blicke. Die Frage kommt zuverlässig: Operiert der Roboter auch?
Nein. Ganz und gar nicht. Aber was unsere Roboter tun, ist mindestens genauso wertvoll, auch wenn es weniger spektakulär klingt.
Bei Pul's Zahnmedizin setzen wir auf zwei Roboter-Systeme: einen Service-Roboter für die Praxislogistik und einen autonomen Reinigungsroboter für die Praxishygiene. Beide haben eine klare Aufgabe: das Team entlasten, damit es sich auf das konzentrieren kann, was wirklich zählt, die Behandlung und Betreuung unserer Patienten.
Der Hintergrund ist ernst: Laut der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) sorgt die Zahnmedizin in Deutschland für rund 878.000 Arbeitsplätze (Quelle: KZBV/BZÄK, Daten und Fakten, 2024). Gleichzeitig steht die Branche vor einem massiven Fachkräftemangel. Die Bundeszahnärztekammer warnt vor einem „nie dagewesenen Fachkräftemangel": Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) stehen 2024 auf Platz eins der Engpassberufe in Deutschland, und bis 2027 werden voraussichtlich rund 11.000 ZFA fehlen (Quelle: KZV Baden-Württemberg / Bundeszahnärztekammer, 2025). Jede Minute, die Fachpersonal mit Logistikaufgaben verbringt, fehlt am Behandlungsstuhl.

Der Pudu T300, das logistische Rückgrat unserer Praxis
Der Pudu T300 ist ein professioneller Service-Roboter, der für den Transport schwerer Lasten von bis zu 300 Kilogramm konzipiert wurde. In Industrie und Logistik ist er bereits tausendfach im Einsatz. Wir nutzen ihn als intelligentes Logistiksystem, das den gesamten Materialtransport in der Praxis übernimmt.
Der Roboter navigiert mit einer Kombination aus LiDAR-SLAM und visuellem SLAM, kann Engstellen ab 60 Zentimetern Breite passieren und erkennt Hindernisse auf dem Boden sowie in der Luft. Mit einer Akkulaufzeit von 8 Stunden und einer Schnellladung von nur 2 Stunden ist er für den Dauereinsatz im Praxisalltag ausgelegt. Die Navigation funktioniert ohne Umbauten an der Infrastruktur, der T300 erstellt seine Karte selbst (Quelle: Pudu Robotics, Produktdaten T300).
Was Bodo, unser T300, bei uns macht
Wir nennen unseren T300 liebevoll Bodo. Seine Aufgaben sind klar definiert:
- Behandlungswagen liefern: Bodo bringt vorkonfigurierte Instrumentenwagen direkt in den richtigen Behandlungsraum, abgestimmt auf die geplante Behandlung. Wenn im Kalender eine Füllung steht, steht der passende Wagen bereit, bevor der Patient Platz nimmt.
- Material nachliefern: Handschuhe, Einwegmaterialien, zahnmedizinischer Bedarf. Bodo transportiert Nachschub vom Lager in die Behandlungsräume, ohne dass eine Fachkraft den Raum verlassen muss.
- Sterilisationsläufe: Benutzte Instrumente werden von Bodo zur Aufbereitung transportiert und sterile Sets zurückgebracht. Systematisch, zuverlässig, dokumentiert.
- Dokumente und Tablets: Patientenunterlagen, Tablets für die digitale Aufklärung oder Formulare. Bodo bringt sie dorthin, wo sie gebraucht werden.
Warum das einen echten Unterschied macht
In einer Zahnarztpraxis zählt jede Minute. Wenn eine zahnmedizinische Fachangestellte Material aus dem Lager holt, Instrumente zur Sterilisation bringt oder den Behandlungswagen vorbereitet, fehlt sie am Behandlungsstuhl. Das klingt banal, summiert sich aber über den Tag zu Stunden.
Der weltweite Markt für Logistikroboter im Gesundheitswesen bestätigt diesen Trend. Laut dem Marktforschungsinstitut IMARC Group erreichte der globale Markt für Krankenhauslogistikroboter im Jahr 2024 ein Volumen von 1,67 Milliarden US-Dollar und wird bis 2033 auf 7,76 Milliarden US-Dollar anwachsen, eine jährliche Wachstumsrate von 17,7 Prozent (Quelle: IMARC Group, Hospital Logistics Robots Market, 2025). Die International Federation of Robotics (IFR) meldet für 2024 insgesamt fast 200.000 verkaufte professionelle Service-Roboter, davon über 102.900 allein im Bereich Transport und Logistik, ein Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Quelle: IFR, World Robotics Report, 2025).
Bodo übernimmt genau diese zeitraubenden Wege. Das Ergebnis: Unser Fachpersonal bleibt dort, wo es gebraucht wird, bei den Patienten.
In Kombination mit unserer KI-Assistentin Linda werden viele dieser Abläufe automatisch koordiniert. Steht ein Termin an, weiß das System, welcher Raum welches Material braucht, und Bodo liefert. Diese Verzahnung von KI-gestützter Planung und robotergestützter Logistik ist das, was unsere Praxis von herkömmlichen Abläufen unterscheidet.
Gute Technologie ersetzt keine Menschen. Sie gibt ihnen die Freiheit, das zu tun, was wirklich zählt.
Sicherheit und Zertifizierung
Der Pudu T300 ist nach der ISO 3691-4 zertifiziert, dem internationalen Standard für die Sicherheit autonomer Flurförderzeuge. Er verfügt über mehrere Sicherheitssysteme: LiDAR-Sensoren, Tiefenkameras, Kollisionsschutzsensoren und Not-Aus-Taster. Hindernisse werden in Echtzeit erkannt, sowohl am Boden als auch in der Höhe. Für eine Zahnarztpraxis, in der Patienten und Personal sich frei bewegen, ist diese Sicherheitsausstattung unverzichtbar.
Der Reinigungsroboter, autonome Hygiene
Hygiene in einer Zahnarztpraxis ist nicht verhandelbar. Sie ist die Grundlage für sichere Behandlungen und das Vertrauen der Patienten.
Unser autonomer Reinigungsroboter arbeitet nach festen Zeitplänen und reinigt die Praxisräume systematisch und lückenlos. Er fährt definierte Routen ab, dokumentiert seine Arbeit und stellt sicher, dass kein Bereich vergessen wird.
Auch hier bestätigen die Marktzahlen den Trend: Laut der IFR wuchs der Markt für professionelle Reinigungsroboter 2024 um 34 Prozent auf über 25.000 verkaufte Einheiten weltweit (Quelle: IFR, World Robotics Report, 2025). Der Treiber ist überall derselbe: Fachkräftemangel und der Wunsch nach gleichbleibend hoher Qualität.
Vorteile der autonomen Reinigung
- Konsistenz: Der Roboter reinigt jeden Tag gleich gründlich, unabhängig von Tageszeit oder Arbeitsbelastung. Menschliche Fehler durch Müdigkeit oder Zeitdruck entfallen.
- Dokumentation: Jeder Reinigungsvorgang wird protokolliert. Das schafft Transparenz und unterstützt die Einhaltung der Hygienestandards, die für Zahnarztpraxen gesetzlich vorgeschrieben sind.
- Entlastung: Das Praxisteam wird von Routineaufgaben befreit und kann sich auf die Patientenversorgung konzentrieren.
- Erreichbarkeit: Der Roboter reinigt auch außerhalb der Sprechzeiten, früh am Morgen oder spät am Abend, ohne Überstunden oder zusätzliches Personal.
Was Patienten davon haben
Der eigentliche Gewinn liegt nicht im Sichtbaren, sondern im Ergebnis:
- Kürzere Wartezeiten, weil Abläufe effizienter werden und der Behandlungsraum schneller vorbereitet ist. Wenn Bodo den Instrumentenwagen bereits vor dem Termin bereitstellt, entfällt die manuelle Vorbereitung durch das Fachpersonal.
- Höhere Hygienestandards, weil die Reinigung systematisch und dokumentiert erfolgt, ohne Abweichungen.
- Mehr persönliche Zuwendung, weil das Team weniger mit Logistik beschäftigt ist und sich voll auf Sie konzentrieren kann. In einer Branche, in der bis 2027 tausende Fachkräfte fehlen werden, ist jede gewonnene Minute am Patienten wertvoll.

Technologie im Dienst des Menschen
Wir setzen Roboter nicht ein, weil es modern aussieht. Wir setzen sie ein, weil sie ein konkretes Problem lösen: die Entlastung eines Teams, das sich auf anspruchsvolle medizinische Arbeit konzentrieren soll.
Jede Technologie in unserer Praxis muss eine klare Frage beantworten können: Verbessert sie die Versorgung unserer Patienten? Wenn ja, kommt sie zum Einsatz. Wenn nein, bleibt sie draußen.
Bodo und unser Reinigungsroboter bestehen diesen Test. Sie machen die Praxis effizienter, hygienischer und geben unserem Team die Freiheit, dort zu sein, wo es zählt, an Ihrer Seite.
Das ist keine Vision, das ist unser Plan
Beide Roboter-Systeme sind fester Bestandteil unserer Praxisplanung für die Eröffnung 2027. Sie sind getestet, erprobt und bereit für den Einsatz im zahnmedizinischen Alltag.
Wir bauen eine Praxis, in der Technologie und Menschlichkeit zusammenarbeiten. Begleiten Sie uns auf dieser Reise.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist ein Service-Roboter in einer Zahnarztpraxis nicht übertrieben?
Nein. Der Fachkräftemangel in der Zahnmedizin ist real: Zahnmedizinische Fachangestellte stehen laut Bundeszahnärztekammer auf Platz eins der Engpassberufe in Deutschland. Bis 2027 werden rund 11.000 ZFA fehlen. Jede Logistikaufgabe, die der Roboter übernimmt, gibt dem Fachpersonal Zeit für die eigentliche Patientenversorgung. Der Pudu T300 ist kein Gimmick, sondern ein professionelles Logistiksystem, das in Industrie und Gesundheitswesen weltweit eingesetzt wird.
Was genau transportiert Bodo in der Praxis?
Bodo transportiert Behandlungswagen mit vorkonfigurierten Instrumentensets, Verbrauchsmaterialien wie Handschuhe und Einwegbedarf, Instrumente zur Sterilisation und zurück, sowie Tablets und Dokumente für die Patientenaufklärung. Er ist kein Getränkeroboter, sondern ein Logistiksystem mit einer Tragfähigkeit von bis zu 300 Kilogramm. Die Routen werden automatisch geplant, abgestimmt auf den Behandlungskalender und die Raumzuweisung.
Ist der Roboter sicher für Patienten und Personal?
Ja. Der Pudu T300 ist nach ISO 3691-4 zertifiziert und verfügt über mehrere Sicherheitssysteme, darunter LiDAR-Sensoren, Tiefenkameras, Kollisionsschutzsensoren und Not-Aus-Taster. Er erkennt Hindernisse in Echtzeit und weicht ihnen aus. Die Navigationstechnologie erlaubt ihm, auch enge Durchgänge ab 60 Zentimetern Breite sicher zu passieren.
Wie arbeiten der Roboter und die KI-Assistentin Linda zusammen?
Linda koordiniert den Praxisablauf auf Basis des Terminkalenders. Wenn ein Patient eingecheckt wird und der nächste Termin eine bestimmte Behandlung vorsieht, informiert das System Bodo, welcher Behandlungswagen in welchen Raum geliefert werden muss. Diese automatische Verzahnung von KI-Planung und Roboterlogistik sorgt dafür, dass alles bereitsteht, bevor der Patient den Behandlungsraum betritt.