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Vom Scan zur Krone: Unser volldigitaler Workflow

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Vom Scan zur Krone: Unser volldigitaler Workflow

Warum digitale Zahnmedizin keine Spielerei ist

Zahnmedizin verändert sich. Nicht irgendwann, sondern jetzt. Was früher mehrere Termine, unangenehme Abdrücke und tagelange Wartezeiten auf den Zahnersatz bedeutete, lässt sich heute in einem einzigen Besuch erledigen, präziser, schneller und deutlich angenehmer für den Patienten.

Die Zahlen belegen diesen Wandel: Der globale Markt für digitale Zahnmedizin wird von 8,05 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 15,21 Milliarden US-Dollar bis 2031 wachsen, ein jährliches Wachstum von 11,2 Prozent (Quelle: GlobeNewsWire, Digital Dentistry Market Analysis Report, 2026). In Deutschland werden bereits 84 Prozent aller vollkeramischen Restaurationen computergestützt gefertigt (Quelle: ZWP online, CAD/CAM-Technik, 2024). Digitale Zahnmedizin ist kein Trend mehr, sondern der etablierte Standard.

Bei Pul's Zahnmedizin gehen wir noch einen Schritt weiter. Wir haben unseren gesamten Behandlungsablauf, vom ersten Scan bis zur fertigen Krone, als durchgängig digitale Prozesskette konzipiert. Kein analoger Bruch, keine externen Labore für Standardversorgungen, keine unnötigen Wartezeiten.

Was das konkret bedeutet, zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag.

Der Scan: Aoralscan Elite

Der erste Schritt jeder digitalen Behandlung ist die Erfassung der Mundsituation. Früher bedeutete das: Abdrucklöffel, Abformmasse, mehrere Minuten Stillhalten und oft ein unangenehmer Würgereiz. Heute sieht das anders aus.

Aoralscan Elite Scanner

Wir setzen den Aoralscan Elite von Shining3D ein, den weltweit ersten Intraoralscanner, der Intraoralscan und Photogrammetrie in einem Gerät vereint. Das klingt technisch, hat aber einen sehr konkreten Nutzen: eine Genauigkeit von 5 Mikrometern. Das ist rund zehnmal präziser als herkömmliche Intraoralscanner und übertrifft auch die besten konventionellen Abdrucktechniken bei weitem.

Zum Vergleich: Ein menschliches Haar hat einen Durchmesser von 50 bis 70 Mikrometern. Der Aoralscan Elite misst auf ein Zehntel dieser Größe genau.

Was das für Sie als Patient bedeutet

  • Kein Abdruck mehr: Statt Abformmasse und Würgereiz wird Ihr Gebiss mit einer kleinen Kamera gescannt, berührungsfrei und in unter einer Minute für den gesamten Kiefer.
  • Sofortige Ergebnisse: Das 3D-Modell Ihres Mundes erscheint in Echtzeit auf dem Bildschirm. Sie sehen sofort, was wir sehen.
  • Höchste Passgenauigkeit: 5 Mikrometer Genauigkeit bedeuten, dass Kronen, Inlays und Veneers exakt sitzen, ohne Nachschleifen, ohne Druckstellen.
  • Angenehm und schnell: Der Scanner wiegt nur 124 Gramm und liegt ergonomisch in der Hand. Der gesamte Scanvorgang dauert unter einer Minute.

Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) bestätigt: Digitale Abformungen weisen bei korrekter Handhabung weniger Fehler und eine höhere Präzision auf als konventionelle Abdrucktechniken mit Elastomeren (Quelle: DGZMK / ZWP online, Wissenschaftliche Bewertung digitaler Abformung). Das ist kein theoretischer Vorteil, das ist messbare Qualität.

Die Analyse: E-Motion und DVT mit KI

Ein präziser Scan allein reicht nicht. Um eine Behandlung optimal zu planen, müssen wir verstehen, wie Ihre Kiefer sich bewegen, wie die Zähne zueinander stehen und ob es verborgene Befunde gibt, die auf einem einfachen Röntgenbild nicht sichtbar wären.

Dafür setzen wir auf zwei Systeme, die gemeinsam ein vollständiges Bild liefern.

E-Motion: Der virtuelle Patient

E-Motion Workstation

Das Shining3D E-Motion ist eine All-in-One-Plattform, die den Intraoralscan mit einer Gesichtsanalyse und einer Kieferbewegungsmessung kombiniert. Das Ergebnis ist ein dynamischer virtueller Patient, ein digitales Abbild, das nicht nur zeigt, wie Ihre Zähne aussehen, sondern auch, wie sie sich im Alltag bewegen.

  • Kieferbewegungsanalyse: Sensoren erfassen, wie sich Ihr Unterkiefer beim Kauen, Sprechen und Schlucken bewegt. Diese Daten sind entscheidend für die Gestaltung von Zahnersatz, der nicht nur passt, sondern auch funktioniert.
  • Okklusionskontakte: Das System analysiert, wo und wie Ihre Zähne aufeinandertreffen. Ungleichmäßige Belastungen können zu Beschwerden, Kiefergelenkproblemen und vorzeitigem Verschleiß führen.
  • Gesichtsanalyse: Für ästhetische Behandlungen wird das Zahnmodell in den Kontext des Gesichts gesetzt, damit das Ergebnis nicht nur funktional, sondern auch harmonisch ist.

DVT mit KI-gestützter Diagnostik

Für komplexere Fälle, etwa Implantplanungen, Weisheitszahnbeurteilungen oder die Abklärung unklarer Befunde, setzen wir auf die Digitale Volumentomographie (DVT), auch bekannt als Cone Beam CT (CBCT). Im Gegensatz zum herkömmlichen Röntgenbild erzeugt das DVT ein dreidimensionales Bild des Kiefers mit allen Strukturen: Knochen, Nervenkanäle, Kieferhöhlen und Zahnwurzeln.

Die eigentliche Innovation liegt in der KI-gestützten Auswertung. Ein DVT-Datensatz besteht aus Hunderten einzelner Schichtaufnahmen. Jede einzeln zu analysieren, ist zeitaufwändig und erfordert höchste Konzentration. Hier unterstützt uns Künstliche Intelligenz:

  • Automatische Zahnsegmentierung: Die KI identifiziert und markiert jeden einzelnen Zahn im 3D-Datensatz.
  • Karieserkennung: Versteckte Karies, die auf konventionellen Röntgenbildern schwer erkennbar ist, wird zuverlässig markiert.
  • Periapikale Läsionen: Entzündungen an der Zahnwurzelspitze werden automatisch erkannt, Studien zeigen eine Sensitivität von bis zu 92 Prozent bei CBCT-basierter KI-Diagnostik (Quelle: Nature, Scientific Reports, 2024).
  • Parodontitis-Analyse: Der Knochenabbau wird quantifiziert und visualisiert, für eine präzise Einschätzung des Schweregrades.
  • 3D-Implantatplanung: Die KI berechnet die optimale Implantatposition unter Berücksichtigung aller anatomischen Strukturen, für eine geführte, minimalinvasive Chirurgie.

Der entscheidende Punkt: Die KI ersetzt nicht unser Urteil, sie schärft es. Die Mustererkennung der KI identifiziert Auffälligkeiten in Hunderten von Schichtaufnahmen, die endgültige Diagnose und Therapieentscheidung trifft immer der Zahnarzt. Das ist keine Delegation an die Maschine, sondern die Nutzung moderner Technologie, um nichts zu übersehen.

Die KI sieht, was das Auge übersehen könnte. Die Entscheidung trifft immer der Zahnarzt.

Das Design: Digital Smile Design

Sobald alle Daten vorliegen, der Intraoralscan, die Kieferbewegungsanalyse und gegebenenfalls das DVT, beginnt die digitale Planung. Und hier zeigt sich der Vorteil eines durchgängig digitalen Workflows: Alle Daten liegen in einem System vor und können miteinander verknüpft werden.

Vom Datensatz zum Behandlungsplan

Die Scan-Daten des Aoralscan Elite werden direkt an die Designsoftware übertragen. Dort entsteht am Bildschirm das neue Restaurationsdesign, sei es eine Krone, ein Inlay, ein Veneer oder eine ganze Brücke. Dabei fließen die Daten der Kieferbewegungsanalyse ein, sodass die Restauration nicht nur geometrisch passt, sondern auch funktional korrekt ist.

Was Sie als Patient davon haben

  • Sichtbarkeit: Sie können das geplante Ergebnis am Bildschirm sehen, bevor die Behandlung beginnt. Kein Rätselraten, keine Überraschungen.
  • Korrekturen in Echtzeit: Wenn Anpassungen nötig sind, können wir sie direkt am digitalen Modell vornehmen, ohne einen neuen Abdruck oder einen zusätzlichen Termin.
  • Funktionale Optimierung: Durch die Integration der Kieferbewegungsdaten wird der Zahnersatz so gestaltet, dass er sich beim Kauen und Sprechen natürlich anfühlt.
  • Nahtlose Fertigung: Das fertige Design geht ohne Medienbruch direkt an unsere 3D-Drucker, keine manuelle Übertragung, keine Fehlerquelle.

Die Fertigung: SprintRay Pro 2 und Midas

Hier wird es für Patienten besonders spürbar: Statt auf ein externes Labor zu warten, fertigen wir viele Restaurationen direkt in der Praxis. Zwei spezialisierte 3D-Drucker machen das möglich.

SprintRay Pro 2: Das Produktionszentrum

SprintRay Pro 2 3D-Drucker

Der SprintRay Pro 2 ist unser Arbeitspferd für die Praxisproduktion. Mit einer XY-Auflösung von 35 Mikrometern und einer Genauigkeit von 23 Mikrometern produziert er Dentalmodelle, Aligner-Schablonen, Nachtsschienen, Prothesen und chirurgische Bohrschablonen in höchster Qualität.

Die Zahlen sind beeindruckend: 6 komplette Kiefermodelle in nur 15 Minuten. Das bedeutet, dass wir beispielsweise alle Modelle für eine Aligner-Therapie in einem Bruchteil der Zeit herstellen können, die ein externes Labor benötigen würde.

Der Pro 2 beherrscht über 15 verschiedene zahnmedizinische Workflows, von transparenten Aligner-Modellen über Provisorien bis hin zu Prothesen und chirurgischen Führungsschablonen. Cloud-Anbindung und ein 12-Zoll-Touchscreen machen die Bedienung unkompliziert.

SprintRay Midas: Chairside-Restauration in Minuten

SprintRay Midas Chairside 3D-Drucker

Der SprintRay Midas ist eine eigene Kategorie. Während der Pro 2 das Produktionszentrum der Praxis ist, steht der Midas direkt im Behandlungsbereich und liefert definitive Restaurationen in Rekordzeit.

Die Technologie dahinter heißt Digital Press Stereolithography (DPS), ein patentiertes Verfahren, das Geschwindigkeit und Präzision vereint:

  • 3 Kronen in unter 10 Minuten
  • 6 Inlays in unter 10 Minuten
  • 9 Veneers in unter 10 Minuten

Das Material kommt in versiegelten Harz-Kapseln, kein Umfüllen, kein Verschütten, kein Materialabfall. Drei beheizte Bauplätze ermöglichen paralleles Arbeiten. In Kombination mit der NanoCure-Nachbearbeitungseinheit ist die gesamte Fertigung, vom Drucker bis zur ausgehärteten Restauration, in Minuten abgeschlossen.

Was das praktisch bedeutet

Stellen Sie sich vor: Sie kommen mit einem beschädigten Zahn in die Praxis. In einer Sitzung wird der Zahn gescannt, das Design erstellt, die Krone gedruckt und eingesetzt. Kein Provisorium, kein zweiter Termin, keine wochenlange Wartezeit. Das ist keine Zukunftsmusik, das ist unser Alltag.

Was das für Sie bedeutet

Der volldigitale Workflow ist kein Selbstzweck. Er löst konkrete Probleme, die Patienten seit Jahrzehnten kennen:

Weniger Termine

Ein durchgängig digitaler Workflow reduziert die Anzahl der notwendigen Termine erheblich. Versorgungen, die früher zwei bis drei Sitzungen über mehrere Wochen erforderten, sind bei uns in vielen Fällen in einer einzigen Sitzung möglich. Kein Provisorium, das in der Zwischenzeit herausfällt. Keine erneute Betäubung beim zweiten Termin. Weniger Ausfallzeiten im Beruf.

Höhere Präzision

Jeder Schritt in der analogen Kette, vom Abdruck über das Gipsmodell bis zum Wachsaufbau, ist eine potenzielle Fehlerquelle. Jede Übertragung kann Ungenauigkeiten einführen. In unserem digitalen Workflow gibt es genau null manuelle Übertragungen. Die Daten fließen direkt vom Scanner in die Software und von der Software in den Drucker. Das Ergebnis: Restaurationen, die auf Anhieb passen.

Mehr Komfort

Kein Abdrucklöffel. Kein Würgereiz. Kein Warten auf das Labor. Stattdessen: ein kurzer, berührungsfreier Scan, eine nachvollziehbare Planung am Bildschirm und eine Versorgung, die in vielen Fällen noch am selben Tag fertig ist.

Transparenz

Sie sehen jeden Schritt der Behandlung, vom Scan über das Design bis zur fertigen Restauration. Wir erklären Ihnen, was wir tun und warum. Digitale Daten lassen sich zeigen, diskutieren und gemeinsam optimieren, das ist bei einem Gipsmodell in einer Schublade nicht möglich.

Nachhaltig und ressourcenschonend

Digitale Workflows reduzieren den Materialverbrauch erheblich. Keine Abformmassen, keine Gipsmodelle, kein unnötiger Materialtransport zwischen Praxis und Labor. Die versiegelten Harzkapseln des Midas eliminieren Materialverschwendung nahezu vollständig. Das ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch ein Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Zahnmedizin.

Die Zukunft ist bereits da

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der globale Markt für Intraoralscanner wird von 825,8 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 auf 1,74 Milliarden US-Dollar bis 2032 wachsen (Quelle: Coherent Market Insights, Intraoral Scanners Market, 2025). Über 70 Prozent der Zahnarztpraxen in Industrieländern integrieren bereits digitale Workflows in ihre Abläufe (Quelle: GlobeNewsWire, Digital Dentistry Market, 2026). In wenigen Jahren wird die Frage nicht mehr sein, ob eine Praxis digital arbeitet, sondern ob sie es sich leisten kann, es nicht zu tun.

Bei Pul's Zahnmedizin warten wir nicht auf die Zukunft. Wir haben sie bereits eingeplant. Unser volldigitaler Workflow, vom Aoralscan Elite über die KI-Diagnostik bis zum SprintRay Midas, ist fester Bestandteil unserer Praxisplanung für die Eröffnung 2027.

Wir bauen eine Praxis, in der Technologie im Dienst des Patienten steht. Begleiten Sie uns auf dieser Reise.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist ein digitaler Abdruck genauso genau wie ein herkömmlicher?

Er ist deutlich genauer. Unser Aoralscan Elite erreicht eine Genauigkeit von 5 Mikrometern, das ist rund zehnmal präziser als herkömmliche Intraoralscanner und übertrifft auch konventionelle Abdrucktechniken mit Elastomeren. Die DGZMK bestätigt, dass digitale Abformungen bei korrekter Handhabung weniger Fehler aufweisen als analoge Verfahren. Für Patienten bedeutet das: bessere Passgenauigkeit der Restauration, weniger Nacharbeit und ein angenehmerer Behandlungsablauf ohne Abdruckmasse und Würgereiz.

Wie sicher ist die KI-Diagnostik bei der DVT-Auswertung?

Die KI-Module, die wir für die DVT-Auswertung einsetzen, erreichen in wissenschaftlichen Studien eine Genauigkeit von bis zu 95 Prozent bei der Karieserkennung und eine Sensitivität von bis zu 92 Prozent bei periapikalen Läsionen. Wichtig: Die KI ersetzt nicht die zahnärztliche Diagnose. Sie dient als zusätzliches Werkzeug, das Auffälligkeiten in Hunderten von Schichtaufnahmen markiert und so sicherstellt, dass nichts übersehen wird. Die endgültige Beurteilung und Therapieentscheidung trifft immer der Zahnarzt.

Kann wirklich alles in einem Termin gemacht werden?

Für viele Standardversorgungen wie Kronen, Inlays und Veneers ist eine Versorgung in einem einzigen Termin möglich. Der SprintRay Midas druckt bis zu drei Kronen in unter zehn Minuten. In Kombination mit dem Intraoralscan und dem digitalen Design können wir den gesamten Ablauf, vom Scan über die Planung bis zur fertigen Restauration, in einer Sitzung abschließen. Bei komplexeren Fällen, etwa umfangreichen Brücken oder Implantversorgungen, sind weiterhin mehrere Termine notwendig, aber auch hier verkürzt der digitale Workflow die Gesamtbehandlungszeit erheblich.

Welche Materialien werden beim 3D-Druck verwendet?

Unsere 3D-Drucker arbeiten mit speziell für die Zahnmedizin zugelassenen und zertifizierten Materialien. Das Spektrum reicht von hochfesten Kompositen für definitive Kronen und Inlays über biokompatible Harze für Schienen und Schablonen bis hin zu transparenten Materialien für Aligner-Modelle. Alle Materialien sind CE-zertifiziert und für den dauerhaften Einsatz im Mund zugelassen. Die versiegelten Kapseln des SprintRay Midas gewährleisten zudem eine gleichbleibend hohe Materialqualität ohne Kontaminationsrisiko.

Was kostet eine digital gefertigte Restauration im Vergleich?

Die Kosten für digital gefertigte Restaurationen sind mit denen aus einem externen Labor vergleichbar, bei deutlich kürzerer Behandlungszeit und höherer Passgenauigkeit. Da wir viele Versorgungen direkt in der Praxis herstellen, entfallen Laborlieferzeiten und zusätzliche Zwischentermine. Das spart nicht nur Zeit, sondern in vielen Fällen auch die Kosten für ein Provisorium. Die genauen Kosten besprechen wir vor jeder Behandlung individuell und transparent mit Ihnen, einschließlich eines schriftlichen Heil- und Kostenplans.