Forschung

Zahnmedizin, die forscht.

Begutachtete Publikationen zur KI-gestützten Diagnostik in der Endodontie, gemeinsam mit Prof. Dr. Falk Schwendicke, einem der weltweit meistzitierten Forscher zu Künstlicher Intelligenz in der Zahnmedizin.

Warum eine Zahnarztpraxis Forschung treibt

Die meisten klinischen Empfehlungen sind so gut wie die Daten, auf denen sie beruhen. In der Endodontie und in der KI-Diagnostik bewegen sich diese Daten gerade schneller als die Lehrbücher. Wenn wir wissen wollen, was funktioniert, nicht was sich gut anhört,, müssen wir die Studien selbst lesen, einordnen und idealerweise mitschreiben. Die folgenden Arbeiten entstanden im Rahmen des laufenden Promotionsprojekts in der Forschungsgruppe von Prof. Dr. Falk Schwendicke und sind PubMed- bzw. Scopus-indexiert.

Publikationen

Journal of Dentistry · 2024Systematische Übersichtsarbeit & Meta-Analyse

Künstliche Intelligenz zur Erkennung periapikaler Aufhellungen, eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse

Pul U, Schwendicke F.

Diese Übersichtsarbeit fasst alle bis November 2023 verfügbaren Studien zur diagnostischen Genauigkeit von KI bei der Erkennung periapikaler Aufhellungen, also entzündungsbedingter Veränderungen an der Wurzelspitze, zusammen. Solche Befunde werden im klinischen Alltag häufig übersehen und sind die Hauptindikation für eine Wurzelkanalbehandlung. Die meta-analytische Auswertung zeigt, dass moderne KI-Systeme bereits Erkennungsraten erreichen, die mit erfahrenen Behandlern vergleichbar sind, und sich daher gut als zweite Diagnoseinstanz eignen.

Was das für Sie bedeutet: Bedeutung für Patienten: Wenn ein Befund früh erkannt wird, lässt sich der Zahn häufiger erhalten, ohne Implantat. Das bestätigt unseren Praxisansatz: eigener Zahn vor Ersatz.

Volltext (DOI) →DOI: 10.1016/j.jdent.2024.105104PMID: 38851523
Journal of Dentistry · 2025Randomisierte kontrollierte Studie

Einfluss einer KI-Unterstützung auf die Diagnostik periapikaler Aufhellungen, eine randomisierte kontrollierte Studie

Pul U, Tichy A, Pitchika V, Schwendicke F.

In dieser randomisierten kontrollierten Studie haben wir untersucht, wie sich eine KI-Zweitbefundung in der Praxis tatsächlich auswirkt, auf die diagnostische Genauigkeit, das Selbstvertrauen der Behandler und die anschließende Behandlungsentscheidung. Die Behandler wurden in zwei Gruppen randomisiert: einmal Befundung allein, einmal mit KI-Hilfe. Das Ergebnis bestätigt, was die vorhergehende Übersichtsarbeit nahegelegt hatte: Mit KI-Unterstützung steigt die Erkennungsrate periapikaler Aufhellungen messbar, besonders bei weniger erfahrenen Behandlern.

Was das für Sie bedeutet: Bedeutung für Patienten: Diese Arbeit zeigt nicht nur, ob KI funktioniert, sondern unter welchen Bedingungen sie den Patienten konkret hilft. Genau deshalb setzen wir KI-gestützte Diagnostik in der Praxis ein, als zweite Sicherheit, nicht als Ersatz für die ärztliche Beurteilung.

Volltext (DOI) →DOI: 10.1016/j.jdent.2025.105868
International Endodontic Journal · 2026Gesundheitsökonomische Modellrechnung

Kosteneffektivität KI-gestützter Erkennung apikaler Parodontitis auf Panoramaröntgenaufnahmen

Benz L, Pul U, Brock T, Schwendicke F, Walter E.

In dieser gesundheitsökonomischen Modellrechnung quantifizieren wir den Effekt einer KI-Zweitmeinung auf Kosten und Ergebnisse der Behandlung apikaler Parodontitis, inklusive der nachgelagerten klinischen Entscheidungen. Die KI hilft, Befunde nicht zu übersehen, was unnötige Extraktionen und Folgekosten (Implantat, Knochenaufbau, Suprakonstruktion) reduziert. Der Vorteil ist am ausgeprägtesten bei weniger erfahrenen Behandlern; eine Anpassung der KI an einzelne Behandler oder Erfahrungsstufen könnte den klinischen und ökonomischen Effekt zusätzlich verstärken.

Was das für Sie bedeutet: Bedeutung für Patienten: Korrekte Diagnostik vermeidet teure Folgeketten. Eine sauber durchgeführte Wurzelbehandlung ist im Schnitt günstiger als die Implantatkette (Extraktion, Knochenaufbau, Implantat, Krone), die folgt, wenn der Zahn fälschlich als verloren gilt.

Volltext (DOI) →DOI: 10.1111/iej.70142PMID: 41826269

Forschung trifft Praxis.

In der Praxis nutzen wir die gleichen KI-gestützten Werkzeuge, die wir in unseren Publikationen untersuchen, als zweite Meinung neben dem klinischen Befund, nie als Ersatz.

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